Extensive Dachbegrünung

Kennzeichnend für eine extensive Dachbegrünung ist eine naturnahe Bepflanzung, die sich nach dem Anwachsen weitgehend selbst erhält. Deshalb müssen für diese Begrünungsart Pflanzen verwendet werden, die entsprechend anpassungs- und regenerationsfähig sind, um unter den extremen Standortbedingungen auf dem Dach zu bestehen. Unter den Moosen, Sukkulenten, Kräutern und Gräsern findet sich eine Vielzahl geeigneter Arten, die weitgehend geschlossene und flächige Vegetationsbestände bilden und die einer natürlichen Bestandsumbildung unterliegen.

Bei geringem Pflegeaufwand bietet eine extensive Dachbegrünung eine in ökologischer und finanzieller Hinsicht sinnvolle Alternative zum Kiesdach. Daneben eignet sich diese Begrünungart auch für geneigte Dächer.

Intensive Dachbegrünung

Flachdächer und Tiefgaragendecken lassen sich nicht nur begrünen sondern ganzheitlich nutzen. Vorausgesetzt die Statik lässt es zu, kann mit dem passenden Systemaufbau nahezu alles realisiert werden, was auch zu ebener Erde möglich ist. So können Dachterrassen mit Sitzplätzen, Spielbereiche, Teiche, komplette Sportanlagen oder sogar Autoabstellplätze mit entsprechenden Zufahrten angelegt werden. Dabei sind verschiedene Vegetationsformen möglich, angefangen von Stauden, Sträuchern, Rasen bis hin zu kleinen Bäumen.

Vorteile einer Dachbegrünung:

Schutz der Dachabdichtung
„Nackte“ Flachdächer sind extremen Witterungseinflüssen, UV-Strahlung und mechanischen Belastungen ungeschützt ausgesetzt. Im Verlauf der Jahre kommt es bei der Dachabdichtung zu Materialermüdung, Rissbildung und Undichtigkeiten. Bei Gründächern werden Klima- und Umwelteinflüsse abgepuffert. Die Lebensdauer der Abdichtung kann sich dadurch ohne weiteres verdoppeln.

Lärmminderung
Die ständig zunehmende Lärmbelastung kann die Wohnqualität nachhaltig verschlechtern. Ein Gründach mindert die Schallreflexion der Dachoberfläche und verbessert die Schalldämmung innerhalb des Gebäudes. Zusätzlich zum Schallschutz wird auch hochfrequente elektromagnetische Strahlung von Mobilfunk- Sendeanlagen wirksam abgeschirmt.

Wärmedämmung
Als grüner „Pelz“ können Dachbegrünungen die Energiebilanz eines Gebäudes nachhaltig verbessern. Dies gilt auch für zahlreiche schlecht gedämmte Altbauten, die in den nächsten Jahren zur Sanierung anstehen. Der Einsatz spezieller Dachbegrünungsaufbauten mit anrechenbarem Wärmedurchlasswiderstand (gemäß bauaufsichtlicher Zulassung) macht sich hier schnell bezahlt.

Hitzeabschirmung
In den Sommermonaten profitieren die Hausbewohner von der kühlenden Wirkung der Dachbegrünung. Nach Untersuchungen von Drefahl (1995) sind die Raumklimawerte einer Dachwohnung bei begrünten Gebäuden mit denen im Erdgeschoss vergleichbar. Hohe Energiekosten durch Klimaanlagen und die damit verbundenen CO2-Emissionen können so vermieden werden.

Nutzungsmöglichkeiten
Auf begrünten Dachflächen sind vielfältige Nutzungen realisierbar. Die Palette reicht von pflegearmen „Naturschutzflächen“ über erholsame Dachgärten bis hin zu Dach-Cafés oder Freizeit- und Sportflächen. Dachgärten verbessern das Wohn- und Arbeitsumfeld der Hausbewohner und bieten Naturerlebnis und Ruhezonen ohne weite Wege.

Lebensraum für Pflanzen und Tiere
Begrünte Dächer schaffen Ersatzlebensräume für Flora und Fauna. Als Biotope bilden sie lebendige und erlebnisreiche Standorte in den sterilen Innenstädten. Vögel, Wildbienen, Schmetterlinge und Laufkäfer finden hier Nahrung und Unterschlupf. Auch gefährdete „Rote Listen“-Arten können sich auf einem Gründach ansiedeln.

Regenwasserrückhalt
Dachbegrünungen leisten einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz. Je nach Bauart werden 50-90% der Niederschläge auf den Dachflächen zurückgehalten und durch Verdunstung direkt in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt. Das Restwasser wird erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung von der Dachfläche abgeleitet. Viele Städte fördern deshalb Dachbegrünungen.

Stadtklima
Durch den hohen Versiegelungsgrad und Abwärme von Verkehr, Industrie und Hausbrand werden viele Städte im Sommer zu Hitzeinseln („urban heat island-Effekt“). Vor allem die fehlende nächtliche Abkühlung belastet die Gesundheit der Stadtbevölkerung. Grünflächen können den Energieüberschuss durch Absorption und Wasserverdunstung abbauen und das Stadtklima so erträglicher machen.

Bindung von Staub und Schadstoffen
Pflanzen können die Luftqualität nachhaltig verbessern. Allein durch ihre Vegetationsoberfläche und die Abbremsung des Luftstromes filtern Dachbegrünungen pro m² und Jahr bis zu 0,2 kg Staub und Schadstoffpartikel aus der Luft heraus. Aber auch Nitrate und andere in Luft und Niederschlägen enthaltene Stoffe werden festgehalten und verwertet.

Stadt- und Landschaftsbild
Dach- und Tiefgaragenbegrünungen bringen auch optisch mehr Lebensqualität. Schon wenige blühende Inseln können die Eintönigkeit der beton- und asphaltgrauen Innenstädte aufbrechen und so das Wohngefühl der Stadtbevölkerung verbessern. Auch Industrieansiedlungen auf der „grünen Wiese“ lassen sich mit Dachbegrünungen harmonischer in das Landschaftsbild integrieren.

Förderung für Dachbegrünungen
Viele Städte und Gemeinden fördern Dachbegrünungen in unterschiedlicher Weise. Die Palette reicht von attraktiven finanziellen Zuschüssen über die Anerkennung als ökologische Ausgleichsmaßnahme bis hin zur Festsetzung von Dachbegrünungen in Bebauungsplänen. Leider gibt es in Deutschland noch keine einheitlichen Förderleitlinien für Gründächer. Jede Kommune besitzt ihren individuellen Fördermix. Der Deutsche Dachgärtner Verband informiert Sie gerne über die aktuellen Fördermaßnahmen in Ihrer Kommune.

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